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Galerie Voltaire heißt dieses Einkaufszentrum. Knapp 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind geplant, sagt Klaus-Ulrich Keller, Chef der Essener Firma MTK GmbH, die das Projekt entwickelt. Damit wird die Galerie Voltaire nur etwa ein Fünftel so groß sein wie das benachbarte Einkaufszentrum Alexa. „Dem Alexa wollen wir keine Konkurrenz machen“, sagt Keller. „Bei der Konzeption der Einzelhandelsflächen orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Anwohner.“
Das bedeutet: Die Galerie Voltaire will, anders als das 2007 eröffnete Alexa, nicht Kunden von weither anlocken, sondern in erster Linie die täglichen Bedürfnisse der im unmittelbaren Einzugsbereich wohnenden Menschen befriedigen. Einer der Mieter wird deshalb Aldi sein. „Es gibt genügend Marken und Filialisten, die am Alexanderplatz noch nicht präsent sind.“, sagt Keller.
Keller muss es wissen, war er doch in seiner früheren Tätigkeit beim portugiesischen Unternehmen Sonae Sierra maßgeblich an der Entwicklung des Einkaufszentrums Alexa beteiligt. Dieses zieht mittlerweile monatlich mehr als eine Million Kunden an. „Sonae Sierra gab einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des Alexanderplatzes“, sagt denn auch Christoph Beck, Geschäftsführer der Degewo. Nach seinen Worten profitieren auch die Galeria Kaufhof und das in diesem Frühjahr eröffnete Einkaufszentrum „Die Mitte“ von der Kaufkraft, die das Alexa anlockt. Dabei war das Grundstück der „Banane“ ursprünglich gar nicht in erster Linie für Einzelhandel gedacht, wie Michael Bolt, Geschäftsführer der Degewo-Tochter Gewobe, sagt: In den neunziger Jahren, als der Senat einen starken Einwohnerzuwachs erwartete, wollten die Politiker darauf vor allem Wohnungen gebaut sehen – weshalb sie die städtische Wohnungsbaugesellschaft mit der Entwicklung des Grundstücks beauftragten. Doch Wohnungen bauen wollte keiner; statt dessen entschied sich der portugiesische Shopping-Center-Entwickler Sonae Sierra, an der Grunerstraße sein erstes deutsches Einkaufszentrum zu bauen. Dennoch wird die „Banane“ kein reiner Einzelhandelsstandort. Die vom Hagener Architekturbüro PASD Feldmeier + Wrede entworfene Galerie Voltaire bietet auf 29 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche Platz für weitere Nutzungen: Das vierte und fünfte Obergeschoss hat Keller an den Berliner Hotelbetreiber Zarenhof vermietet, der dort ein Drei-Sterne-Hotel mit 170 Zimmern eröffnen wird. Sogar die 3500 Quadratmeter Bürofläche im dritten Obergeschoss sind bereits an einen internationalen Finanzdienstleister vermietet.
Auf 80 Mio. Euro beziffert Keller das Investitionsvolumen. Derart große Vorhaben werden derzeit nur selten in Angriff genommen, da Banken noch immer nur zögerlich Kredite zur Verfügung stellen. Diese Erfahrung machte auch die MTK GmbH – und fand eine andere Lösung: Laut Keller suchte sie sich „finanzkräftige Gesellschafter“ und finanziert das Projekt jetzt ausschließlich mit Eigenkapital. Der Bauvorbescheid liegt vor; bereits im Januar 2010 will Keller die Baumaschinen auffahren lassen, und spätestens im Frühjahr 2012 möchte er Eröffnung feiern.
Quelle: Tagesspiegel 24-11-2009
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